Wenn Menschen nicht in unsere Kirchen kommen, gehen wir mit einem Cafe Bus zu ihnen.



Immer wieder erleben wir, wie gut es ist mobil zu sein. Mit einem Cafe Bus sind wir in der Lage den Menschen dort zu begegnen wo sie sind -  in den Fussgängerzonen, Marktplätzen und auf verschiedenen Veranstaltungen.

Wir laden Menschen für eine Tasse Kaffee oder Tee mit Kuchen ein. Sie setzen sich hin, wir sprechen mit ihnen und hören zu, was sie uns erzählen wollen. Manchmal reden wir über das Wetter - aber sehr oft über das Leben und die "frohe Botschaft".

Busmission ist eine christliche Non Profit Organisation, die 2003 ihre Tätigkeit begonnen hat. Die Mitglieder des Vereins kommen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden in Schweden.

Unser Ziel ist es mit dem Café Bus an verschiedenen Orten präsent zu sein, Menschen zu einer Tasse Kaffee oder Tee einzuladen und mit ihnen ueber Gott und die Welt zu sprechen. Immer wieder erleben wir, dass es fuer diesen Dienst ein grosses Beduerfnis gibt, sowohl in kleineren Orten, wie auch in grösseren Städten.

Was uns fuer unseren Dienst mit dem Café Bus immer wieder inspiriert, ist in der Bibel zu lesen und zu sehen, wie Jesus unter den Menschen in ihrem Alltag, aber auch beim Fest war. Er hat den Menschen zugehört und mit ihnen gesprochen. Er hat ihnen Frieden, Freude und Menschenwürde angeboten.

Wenn auch unser Verein erst im Jahr 2003 gegruendet wurde, haben wir bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Cafe Busen in Schweden, Finnland und Österreich gearbeitet. Ähnliche Einrichtungen gibt es seit vielen Jahren ua. in Finnland, England, Deutschland, den Niederlanden und Österreich.

Unser Bus ist ein Volvo B Bj.1988, der bisher als Ausstellungswagen und Touristenbus verwendet wurde. Er ist ausgestattet mit Tischen, Sesseln und Sofas. Beim schönen Wetter werden Tische, Stühle und Sonnenschirme vor dem Bus aufgestellt. Manches Mal bieten wir Gesang, Musik oder Drama an. Ab und zu werden Filme gezeigt – so haben wir ein "Drive in Kino" direkt neben dem Bus.



„Wenn die Menschen nicht in die Kirche kommen, kommt die Kirche zu den Menschen“. Das ist die Vision von Ove und Agneta Jonsson, die eine Arbeit mit Cafebusmission in Schweden betreiben. In den letzten sieben Jahren haben sie mit ihrem Bus viele Orte besucht.

„Wenn der Bus seine Reise zum nächsten Standplatz fortsetzt, wirken die Christen am Ort weiter“, sagt Ove Jonsson.


In den Jahren zwischen 1985 und 1990 waren er und seine Frau Agneta als Pastorenehepaar in der Gemeinde von Rönneby. Während dieser Zeit haben sie entdeckt, wie gut man mit einem Bus Menschen erreichen kann. Zu dieser Zeit gab es in der Gemeinde nur wenige junge Leute. Es kam dorthin eine Gruppe von Jugendlichen von der Pfingstgemeinde in Jönköping, um bei der Verbreitung der frohen Botschaft von Jesus zu helfen. Sie kamen mit einem Cafe Bus.


„Den ganzen Abend und durch die ganze Nacht kamen Jugendliche in den Bus. Am nächsten Vormittag standen wir bereits auf einem anderen Platz und konnten wieder neue Menschen erreichen. Der Bus ermöglicht eine grosse Flexibilität“, erklärt Ove.



Cafebus in Österreich

1990 uebersiedelte die Familie Jonsson nach Jönköping. In der dortigen Gemeinde konnten Ove und Agneta die Cafebusarbeit näher kennen lernen. Jedoch, erst als sie im Jahr 1999 als Missionare nach Österreich ausgesandt wurden, wurde aus der Arbeit mit dem Cafe Bus ihr hauptsächlicher Dienstbereich. Sie kauften den Cafe Bus „Gottfried“ und uebersiedelten nach Villach. Von dort aus arbeiteten sie in verschiedene Richtungen.


„Die Beziehung zu den Freikirchen ist in Österreich ganz anders als in Schweden. Die Pfingstgemeinden und andere Freikirchen werden oft als Sekten eingestuft. Da bietet der Cafe Bus ein gutes Werkzeug an, um Menschen zu erreichen“, sagt Ove.


Als sie im Jahr 2001 zurueck nach Schweden kamen, liessen sie den Cafe Bus Gottfried in Österreich, damit die örtlichen Christen damit weiter dienen können. Etwas Ähnliches ist auch in Schweden passiert. Ove und Agneta Jonsson haben viele Orte besucht, und als sie weitergegangen sind, haben die Gemeinden die gewonnenen Kontakte mit den Menschen weiter betreut.



Von Gott bestätigt

In einem kleinen Ausmass hat die Busmission im Jahr 2001 begonnen, als Kaj Lidman den Bus kaufte, mit dem Ove heute unterwegs ist.


„Ein unglaubliches Werkzeug um dort zu sein, wo die Menschen sind“, meint Ove und sagt, dass er bei den Gläubigen ein neues Angezuendetsein und Verlangen hinauszugehen und von Jesus zu erzählen festgestellt hat.


Eine 25-jährige Frau, die im Bus Kaffee serviert hat, wurde in ein Gespräch ueber den Glauben mit einigen Besuchern hineingezogen. „Bis jetzt habe ich ueber den Glauben nur in der Kirche gesprochen, nie ausserhalb der Kirche... aber wie schön war es doch“, sagte sie nachher.


An einem anderen Ort war ein 65 Jahre alter Mann ueber Interesse der Menschen ganz erstaunt. Er hat einen neuen Glauben dafuer bekommen, dass die evangelistische Arbeit auch in Schweden sinnvoll ist.


Dass sie gerade mit einem Cafe Bus arbeiten sollten, davon wurden Agneta und Ove an einem Mitsommerabend in Leksand ueberzeugt. Dies war im Jahr 1999, kurz vor der Ausreise nach Österreich.

„ In Leksand waren 6000 Jugendliche versammelt, die nur eines im Kopf hatten – sich voll zu trinken“, erzählt Agneta.



„Wir haben auf euch gewartet“

An diesem Abend und während der Nacht haben sie viele Menschen getroffen. Besonders drei von diesen Begegnungen sind in Erinnerung geblieben. Ein Mädchen kam zu Agneta mit der Frage, aus welcher Kirche sie kommen? Agneta entgegnete mit der Frage, wieso sie denke, dass sie von einer Kirche sind? Es gab doch keine Kirche weit und breit zu sehen.

-„ Es gibt doch sonst niemanden, der Kaffee gratis austeilt“, sagte das Mädchen mit Selbstverständlichkeit in ihrer Stimme.

-„Hier hast du 50 Kronen, kauft noch mehr Kaffee und macht weiter. Endlich seid ihr gekommen. Wir haben auf euch gewartet“.


Später hat sich ein junger Mann aus Stockholm gewundert, wie man so etwas Komisches machen kann, dass man den Leuten Kaffee gratis austeilt. „Es ist Gottes Idee gewesen“, sagte Agneta.

„Ja, das verstehe ich. Macht nur weiter. Endlich seid ihr gekommen. Wir haben auf euch gewartet“, sagte der Bursche.


Später in der Nacht ist ein weiteres Mädchen zu Agneta gekommen. Sie war sehr verwundert einen so „alten“ Menschen um drei Uhr frueh dort draussen zu treffen. Agneta meinte, dass es doch nichts Besonderes sei. „Nein, nein, ich meine es nicht so. Endlich seid ihr gekommen. Wir haben auf euch gewartet“.


Diese drei von einander völlig unabhängige Aussagen haben in Agneta und Ove eine grosse Demut vor dieser Aufgabe bewirkt. Sie haben Gottes Gegenwart und Wirken erkannt und sind fuer diese Sache angezuendet worden. Sie haben Gottes Fuehrung in dieser Arbeit erlebt, und ihr Wirkungsbereich hat sich ständig ausgeweitet. „ Gott steht hinter dieser Sache, davon sind wir ueberzeugt“.


Aus Ove und Agneta sprudeln Beispiele hervor, in denen von Menschen die Rede ist, mit denen sie gesprochen haben, die beruehrt worden sind, und die später eine angebotene Bibel angenommen haben. Wenn sie auf den Marktplätzen und Veranstaltungen sind, suchen sie einen Platz mitten im Gewimmel. Oft bekommen sie einen Platz gerade dort und Menschen werden zum Bus hingezogen.


„Ein Wurstverkäufer hatte Angst, dass wir seine Kunden wegtreiben und nahm von uns Abstand. Als er aber sah, wie viele Menschen zum Bus kamen, hat er seine Bude wieder näher gebracht. Er hatte viel mehr Kunden als gewöhnlich“, lacht Agneta.



Wichtig zuzuhören

„Man braucht kein Geld fuer Werbung“, meint Ove. „Die Menschen, sie kommen einfach. Der angebotene Kaffee lockert die Atmosphäre und man braucht nichts Besonderes zu versuchen“.


„ Wir haben nur einen Mund, aber zwei Ohren bekommen. Es ist wichtig zuzuhören. Viele sind heute sehr einsam und vor allem brauchen sie jemanden, der sich um sie kuemmert. Es ist nicht unsere Absicht mit der Botschaft zu schlagen oder eine Diskussion zu gewinnen. Gleichzeitig wollen wir jedoch, dass unsere Botschaft nicht undeutlich ist“, sagt Ove.


Nach einer Weile des Zusammensitzens kommen oft Fragen und Neugierde, und oft bekommen die Besucher eine Bibel zum Mitnehmen. Busmission hat bereits Tausende von verschiedenen „Themabibeln“ ausgeteilt, z.B. Street Bible, Fussballerbibel, oder eine eigene Bibel fuer Motorradfahrer. Diese Bibeln haben als Inhalt sowohl das Neue Testament, wie auch Lebensberichte und Erfahrungen von Menschen aus verschiedenen Hintergruenden.


„Viele lesen diese Bibeltexte. Es gibt ein Verlangen nach Gottes Wort und es gibt ein Beduerfnis nach Menschen, die von Jesus erzählen“, sagt Agneta.


Ove und Agneta haben beschlossen mit ihren ganzen Herzen in Busmission zu investieren.